Anfrage zur Corona-Presseberichterstattung des Landkreises & Diskussion

Sehr geehrte Frau Dammann
Sehr geehrte Frau Zimmermann-Fiscella

Die aktuelle Meldung des Landkreises zu Covid-19 lautet:

„In den vergangenen Tagen gab es im Landkreis einzelne Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. Heute wurden dem Gesundheitsamt drei weitere Neuinfektionen gemeldet. Derzeit gibt es sechs aktive Fälle im Landkreis. Die Kontaktpersonen der Erkrankten werden derzeit ermittelt. Die Gesamtzahl der positiven Befunde liegt jetzt bei 671 Fällen.
Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, steigt im Landkreis auf 1,7.
Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt bei 62. Als genesen gelten 603 Personen.
Im Krankenhaus muss aktuell keiner der Erkrankten behandelt werden. Es wurde weiterhin intensiv getestet, dem Gesundheitsamt liegen mittlerweile insgesamt 9624 negative Abstrichergebnisse vor.“

Dazu habe ich einige Fragen:

  1. Es wurden drei „Neuinfektionen“ gemeldet – da es sich um einen nicht validierten Test handelt, wäre die richtige Formulierung: Es gab drei „positive“ Testergebnisse. Warum verwenden Sie eine unrichtige Formulierung, die suggeriert, dass positiv getestete Menschen „infiziert“ wären?
  2. Es gibt sechs „aktive Fälle“ im Landkreis. Auch hier suggeriert die Formulierung, dass es sich um „gefährliche Personen“ handelt. Warum verwenden Sie diese Formulierung, statt die korrekte Formulierung „in den letzten 2 Wochen positiv getestete, in Quarantäne befindliche Personen“? Alternativ müssten Sie differenzieren zwischen „positiv“ getesteten Personen und Menschen, die so schwere Symptome zeigen dass sie als „erkrankt“ eingestuft werden können.
  3. Die Formulierungen „Die Kontaktpersonen der Erkrankten werden derzeit ermittelt.“ und „Im Krankenhaus muss aktuell keiner der Erkrankten behandelt werden.“ Auch hier suggerieren Sie, dass die positiv auf Corona getesteten Personen „erkrankt“ wären. Dabei verläuft bei 80% der Betroffenen eine „Infektion“ (also eine „positive“ Testung) symptomlos oder nur mit leichten Symptomen. Da sich zur Zeit keine „positiv“ getestete Person in Krankenhaus befindet, kann davon ausgegangen werden, dass niemand ernsthaft erkrankt ist. Warum verwenden Sie trotzdem die Formulierung „Erkrankte“, wenn es sich nur um „positiv“ getestete Personen handelt? Ich bitte um Informationen, wie viele der „positiv“ getesteten Personen so schwere Symptome haben, dass sie gerechtfertigt als „erkrankt“ bezeichnet werden können.
  4. Die Formulierung „Als „genesen“ gelten 603 Personen“ suggeriert ebenfalls eine durchgemachte Erkrankung, die aber, wie oben erwähnt, nur bei maximal 20% der „positiv“ getesteten Personen überhaupt fühlbar wird. Warum verwenden Sie diese Formulierung und nicht die richtige Formulierung, dass bei 603 Personen die „Quarantänezeit“ von zwei Wochen vorbei ist? Warum differenzieren Sie nicht zwischen den Menschen, die wirklich erkrankt waren, und denen, die ohne oder nur mit schwachen Symptomen „positiv“ getestet wurden? Auch hier bitte ich um Informationen, bei wie vielen dieser 603 in den letzten fast vier Monaten „positiv“ getesteten Personen ernsthafte Krankheitssymptome aufgetreten sind.
  5. Sie schreiben „Die Gesamtzahl der positiven Befunde liegt jetzt bei 671 Fällen.“ Diese Zahl bezieht sich auf „positive“ Testergebnisse, die größtenteils vor zwei bis drei Monaten erhoben wurden, sie ist also bestenfalls von akademischem, nicht aber von praktischem Interesse. Warum wird sie trotzdem in der Pressemitteilung veröffentlicht, wo sie sich doch auch aus der Zahl der größtenteils fälschlich als „genesen“ bezeichneten Personen erschließt? 
  6. Die gleichen negativ suggestiven Formulierungen „Infizierte“ (statt „positiv getestete“), „Genesene“ (statt „aus der Quarantäne entlassene“) und „Aktive Fälle“ (statt „positiv getestete in Quarantäne“) finden sich auch auf dem verlinkten Dashboard, auf dem auch numerisch die Zahl der negativen Testergebnisse gezeigt werden. Leider werden die negativen Testergebnisse auf der grafischen Darstellung nicht gezeigt – warum nicht? Sie würden die „positiven“ Testergebnisse in eine vernünftige Beziehung zur Realität setzen. Ich bitte um eine tagesgenaue Aufstellung der Gesamttestungen im Landkreis mit der Aufschlüsselung in „positive“ und „negative“ Testergebnisse.
  7. Weiterhin findet sich weder auf dem Dashboard noch in den Pressemitteilungen Hinweise auf das Alter und den allgemeinen Gesundheitszustand der Verstorbenen. Warum geben Sie nicht eine Zuordnung zu verschiedenen Altersgruppen an? Warum geben Sie nicht an, an welchen Vorerkrankungen die Verstorbenen gelitten haben? Bitte, teilen Sie mir diese Daten mit, da sie entscheidend sind um die „Gefährlichkeit“ der Covid-19-Erkrankung einordnen zu können.
  8. Es ist sicher von akademischem Interesse, den Verlauf einer Erkrankung genau zu untersuchen. Ich befürworte sehr eine ausführliche, übersichtliche, objektive und zeitnahe Gesundheitsberichterstattung. Werden Sie diese Statistiken auch für andere Erkrankungen, wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs etc., ebenfalls aufstellen und in Pressemitteilungen verkünden? Warum werden diese aufwändigen Statistiken ausschließlich für die Covid-19-Erkrankung, nicht aber für die anderen Erkrankungen geführt? Wie hoch sind die Kosten für die Erhebung und Darstellung dieser Daten? Wie hoch wären die Kosten, wenn diese ausführliche Gesundheitsberichterstattung für alle Erkrankungen und Todesfälle im Landkreis erhoben und veröffentlicht würden?
  9. Um die realen Auswirkungen der Covid-19-Erkrankung abschätzen zu können, wäre es sinnvoll, die an und mit Covid-19 verstorbenen und die wegen oder mit Covid-19 im Krankenhaus behandelten Personen gemeinsam mit allen im Landkreis Lörrach verstorbenen bzw. im Krankenhaus behandelten Menschen, incl. Todesursachen- bzw. Krankheits-Indikation nach ICE-10, zu veröffentlichen und (auch rückwirkend) grafisch darzustellen. Warum wird dies nicht getan?

Die Formulierung der Pressestelle des LRA sind wichtig, da sie ja von allen Medien aufgegriffen und wiedergegeben werden und so direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Die BZ hat die Pressemitteilung (wieder mal) breitest ausgeschmückt und als Aufmacher auf die erste Seite der Kreisausgabe gestellt.

In der Diskussion über die angebliche Genauigkeit des verwendeten Tests verweise ich beispielsweise auf diese Abhandlung aus dem Ärzteblatt.

Mit vielem Dank für Ihre Antwort

Dietmar Ferger


Antwort

Sehr geehrter Herr Ferger,

Ihre Nachricht vom 12.07. habe ich erhalten.

In dieser E-Mail versuchen Sie abermals den Eindruck zu erwecken, dass es keine Zusammenhänge zwischen den Testergebnissen und tatsächlichen Erkrankungen gäbe. Dies ist nicht nur fachlich falsch, sondern meiner Einschätzung nach auch grob verantwortungslos. Wie Ihnen bereits an anderer Stelle mitgeteilt wurde, wurden PCR-Nachweissysteme speziell für eine labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine SARS-CoV-2-Infektion entwickelt und validiert. Es steht inzwischen eine Reihe von Testsystemen mit hoher Spezifität zur Verfügung. Nähere Angaben finden Sie auf der Webseite der WHO (https://who.int) oder beispielsweise auch bei der Foundation for Innovative New Diagnostics (https://www.finddx.org). Wenn Sie nun der Öffentlichkeit suggerieren wollen, dass es keine Infizierten gäbe oder dies für Sie nicht hinreichend nachgewesen sei, ist dies bei einer Pandemie, zu deren Eindämmung jeder Einzelne beitragen sollte, ein mindestens fragwürdiges Verhalten.

Der Artikel aus dem Ärzteblatt, den Sie zitieren, sagt nicht aus, dass 70 % der Tests falsch positiv sind, wie Sie mit einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat suggerieren.  Das Fazit des von Ihnen zitierten Artikels lautet: „Bei einer hohen anzunehmenden Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion ist ein einzelner negativer Test kein Freibrief.“ Das bedeutet also vor allem, dass man bei entsprechenden sonstigen epidemiologischen Anzeichen, sich nicht auf einen u.U. falsch-negativen Test verlassen sollte und ggf. trotzdem Maßnahmen und/oder einen weiteren Test veranlassen sollte. In diesem Zusammenhang stellt der Artikel die Bedeutung der Vortestwahrscheinlichkeit heraus. In keiner Weise ist damit eine Aussage verbunden, dass bei positiv getesten Menschen nicht von einer Infektion auszugehen sei.

Auch fragen Sie nach weiteren Daten über die Gefährlichkeit der Krankheit und die Todesfälle durch andere Krankheiten. Hierzu informieren Sie sich bitte aus den zahlreichen öffentlich zugänglichen Quellen zu diesem Thema bei den Fachinstituten, zuvorderst dem Robert-Koch-Institut. Soweit Sie mit Ihren Fragen auch zu diesem Thema eine Relativierung betreiben wollen, kann ich dies, insbesondere vor dem Hintergrund der Geschehnisse im benachbarten Elsass und im nahen Norditalien, aber auch in Brasilien, den USA, Spanien und anderen Ländern, nicht nachvollziehen. Auch bei uns in Deutschland waren übrigens zahlreiche Krankenhäuser in einer außerordentlichen Belastungssituation, auch waren einige Kliniken mit ihren Beatmungskapazitäten bereits fast an ihre Grenzen gelangt – und das trotz der bisher eher niedrigen Fallzahlen in Deutschland! Das ist der Unterschied zu vielen anderen Krankheiten, wie Herzinfarkt, Diabetes oder Krebs: Sie haben – anders als diese Virus-Pandemie – nicht das unmittelbare Potenzial unser Gesundheitssystem innerhalb kürzester Zeit zu überfordern. Insofern geht Ihre Frage vollkommen am eigentlichen Punkt vorbei.

Wie jeder andere möchte auch ich, dass diese Pandemie so schnell wie möglich überwunden wird. Aber das beste Mittel dagegen ist nicht, die Pandemie entgegen der klaren weltweiten wissenschaftlichen Einschätzung zu leugnen oder herunterzuspielen, sondern mit dazu beizutragen, die Infektionszahlen niedrig zu halten. Wir können alle froh sein, dass die große Mehrheit der Menschen in Deutschland sehr verantwortungsbewusst war und sich an die Beschränkungen gehalten hat. Dass wir wohl vor allem dank der Umsicht jedes Einzelnen an einer Katastrophe bisher vorbeigeschrammt sind, nun als Beleg der Harmlosigkeit zu nehmen, ist so kurzsichtig wie falsch.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Dammann


Rückantwort

Sehr geehrte Frau Dammann
Sehr geehrte Frau Zimmermann-Fiscella

Leider muss ich Ihnen hier als Ingenieur und Naturwissenschaftler widersprechen.

Die PCR-Methode (Polymerase-Kettenreaktion) ist ein Verfahren zur gezielten Vermehrung bzw. Verdoppelung einer bestimmten Gensequenz. Das wird hier ausführlich beschrieben.

Das Covid-19-Virus besteht aus etwa 30.000 Basenpaaren, die dauernd irgendwo mutieren.

Die meisten der in Deutschland verwendete Tests versuchen, aus einer Probe eine für das Virus charakteristische Gensequenz, also einen kleinen Ausschnitt von wenigen Basenpaaren, bis zur Nachweisgrenze zu vermehren.

Verschiedene Tests suchen nach verschiedenen Gensequenzen, und bei einigen Tests sind dies Gensequenzen die beispielsweise auch in Papayas oder Ziegen gefunden werden können. Der „Drosten-Test“ der Charité sucht nach Sequenzen die in tierischen Corona-Viren ebenfalls vorhanden sind – dass dann in einem Schlachthof diese Gensequenzen gefunden werden, ist naheliegend.
Weiterhin ist m.E. auch nicht festgelegt, wie oft vermehrt (verdoppelt) werden muss, bis die Nachweisgrenze erreicht sein muss.
Es reicht also ein einzelner zufälliger Gen-Schnipsel, denn aus dem werden 2, dann 4, 8, 16, 32, 64 usw. bei jedem Verdoppelungsschritt.
Man muss also nur oft genug Verdoppeln wenn man eine höhere „Erfolgsquote“ haben will.
Ein Virusnachweis ist das nicht, sondern erstmal nur der Nachweis, dass ein ebenfalls im Virus enthaltener Gen-Schnipsel gefunden und erfolgreich bis zur Nachweisgrenze vermehrt werden konnte.

Um die Sicherheit bei einer „positiven“ Probe zu erhöhen, müsste man mindestens noch nach zwei weiteren, anderen, charakteristischen Sequenzen für das Virus suchen und diese ebenfalls erfolgreich bis zur Nachweisgrenze vermehren, um davon ausgehen zu können dass der oder die Betroffene mindestens ein solches Virus in sich trägt.

Sie schreiben, dass es zuverlässige Tests gibt – ja, diese gibt es, wenn es z.B. eine Gesamt-RNA-Sequenzierung ist, sie werden aber aus Kostengründen wohl nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Sie verlinken auf zwei Organisationen, die WHO und FIND. Gemeinsam haben diese beiden Organisationen, dass sie in das „Geflecht“ undurchsichtiger Stiftungen wie die von Gates, der Gavi etc. eingebettet sind. Unabhängig ist da etwas anderes. Und bei einem Gesundheitsminister, der eigentlich Bankkaufmann ist und vor seiner Ernennung Pharmalobbyist war, kann man auch nicht wissen was diesen zu seinen Aussagen und Taten bewegt – inhaltliches Verständnis von dem, was er da so erzählt und vorschreiben will, dürfte es nicht wirklich sein.

Der von mir verlinkte Artikel aus dem Ärzteblatt beschreibt drei Varianten: niedrige, mittlere und hohe Prävalenz (Wahrscheinlichkeit). In der Bevölkerung haben wir eine extrem niedrige Prävalenz. Dies wird nochmals genauer ausgeführt:

„Das bedeutet: In einer Population mit niedriger Prävalenz – z. B. 3 %, wie bevölkerungsweit bei COVID-19 anzunehmen – und unter der Prämisse einer niedrigen effektiven Test-Sensitivität von 70 % ist der positive Vorhersagewert äußerst schwach. Ein (falsch) positiver Test kann aber eine Quarantäne der Person zur Folge haben. Je höher die Prävalenz und damit die Vortestwahrscheinlichkeit, desto höher ist die Aussagekraft eines positiven Tests einzustufen und desto niedriger ist der negative Vorhersagewert.“

Dies bedeutet, dass bei Test, die in der allgemeinen Bevölkerung durchgeführt werden, mehr als die Hälfte falsch-positiv sind.

Mich bestürzt es etwas, dass Sie als Juristin aufgrund einer so dünnen „Beweislage“ wie einem einzigen „erfolgreichen“ Gen-Schnipsel-Nachweis schwerwiegende Restriktionen wie eine 14-tägige Quarantäne verhängen.

Eine freiheitsentziehende Maßnahme wie der „Befehl“ zu 14-tägiger Quarantäne bedeutet eine massive Einschränkung der Grundrechte. Diese muss – und da hoffe ich, dass Sie als Juristin mit mir einer Meinung sind – bestmöglich und möglichst zweifelsfrei begründet werden. Über 50% „Kollateralschäden“ nur dadurch, dass der Staat die Ausgeben für weitere, genauere Tests einsparen will, sollten nicht akzeptabel sein.

Zu Ihren Hinweisen auf die „öffentlich zugänglichen Quellen“ – ja, das habe ich getan, das Ergebnis sind die beiden angefügten Grafiken,, wobei zu berücksichtigen ist dass die Gestorbenen in den allermeisten Fällen mit und nicht an dem Virus gestorben sind. Covid-19 anhand der vorliegenden Daten als „Pandemie“ zu bezeichnen, ist offensichtlich übertrieben bzw. nur durch die sachfremde Neudefinition des Begriffes durch die WHO möglich.

Mir geht es um konkrete und aktuelle Daten aus unserem Landkreis und die objektive Darstellung!

Was die Situation in Italien betrifft, so hat sich herausgestellt dass es viele Ursachen gab, von denen Covid-19 eher ein kleinerer Teil war. Eine Ursache der „schrecklichen Bilder“ war beispielsweise der Verordnung der Regierung, dass Covid-19-Verstorbene verbrannt werden müssen – da es aber in dem katholischen Norditalien nur sehr wenige Krematorien gibt und Erdbestattungen die Regel sind, kamen die wenigen Krematorien sehr schnell an ihre Belastungsgrenze, die gewünschten Bilder der vielen Särge wurden geschaffen. Weiterhin wurde falsch behandelt und multiresistente Keime waren schon lange problematisch in Norditalien. Über Details könne Sie sich beispielsweise bei der 3. Sitzung des Corona-Ausschusses informieren.

Schlussendlich werden wirksame Medikamente nicht eingesetzt, ignoriert, lächerlich gemacht und verteufelt, seien es Hydroxychloroquin, Chlordioxid-Lösung oder Artemisia Annua. Vorurteilsfreie Aktionen zur Bekämpfung des Virus sehen wirklich anders aus.

Die gegen allen gesunden Menschenverstand weiter verbreitete Panik, die Zerstörung von Kultur und Traditionen, die Vernichtung von Existenzen und der Lebensgrundlage vieler Menschen, die Verunsicherung und Schädigung von Kindern und Jugendlichen – alles dies wäre mit einer objektiven, wissenschaftsbasierten und lobbyfreien Herangehensweise nicht nötig.

Und ja, Sterben gehört zum Leben dazu, selbst Wolfgang Schäuble sagte, dass Art. 1 GG die Würde des Menschen unter Schutz stellt, ihn aber nicht in allen Lebenslagen vor dem Sterben bewahren kann. Dieses soll dann aber auch in Würde geschehen und nicht, wie wohl auch in unserem Landkreis, unter Quarantäne ohne Kontakt zu den Angehörigen.

Dass wir in der letzten Sitzung beschlossen haben, drei hochbezahlte „Pandemie-Manager“ einzustellen und gleichzeitig die Stelle für die Gesundheitsförderung auf die Streichliste gesetzt haben, zeigt, wie verkehrt das System inzwischen ist. Siehe dazu

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Ferger


Antwort

Sehr geehrter Herr Ferger,

Ihre weitere Mail habe ich erhalten. Es scheint mir, dass wir zu wesentlichen Fragen hier keinen Konsens erzielen werden. Bei Ihren Aussagen sind sicher einige Aspekte als Meinungsäußerung zu respektieren, wenn auch die inhaltliche Grundlage für Ihre Äußerungen aus meiner Sicht in der Regel fehlt. Gefährlich finde ich den Umstand, dass Sie dies regelmäßig mit falschen Tatsachenbehauptungen und absurden Spekulationen vermischen.

Zwei beispielhafte Rückmeldungen dazu zu Ihrer letzten Mail: Der Artikel im Ärzteblatt beschreibt ein Rechenbeispiel zu einer niedrigen Prävalenz. In keiner Weise ist damit eine Aussage dergestalt verbunden, dass 50% der bisherigen Positiv-Befunde fehlerhaft seien. Die Weltgesundheitsorganisation ist eine von 194 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen getragene Organisation. Die Organisation und ihre Erkenntnisse einfach als „undurchsichtiges Geflecht“ abzutun, halte ich für ziemlich abenteuerlich.

Im Grunde muss man konstatieren, dass Sie sich mit Ihren Aussagen außerhalb einer weltweit nahezu einheitlichen Lageeinschätzung durch nicht nur einzelne Wissenschaftler, sondern durch viele Wissenschaftler in den einzelnen Ländern, bewegen. Insofern muss ich davon ausgehen, dass Ihre Aussagen eben nicht wissenschaftlich, sondern ideologisch motiviert sind. Auf dieser Grundlage macht eine weitere Diskussion Ihrer Theorien für mich wenig Sinn. Ich bitte daher um Verständnis, dass ich in eine weitere inhaltliche Diskussion nicht einsteigen werde.

Bedenklich erscheinen mir aber Ihre, vor allem in sozialen Medien getätigten Veröffentlichungen, die ihrerseits potentielle Gefahren für die Gesundheit darstellen können. Hier muss ich Sie auffordern, dies zukünftig zu unterlassen. Genauso verhält es sich mit rechtlich nicht fundierten Anschuldigungen, dass vom Landratsamt rechtswidriges oder ggf. sogar strafrechtlich relevantes Verhalten ausgehen würde. Dies entbehrt jeder Grundlage und kann, wie Sie sicher wissen, seinerseits justiziabel sein. Ich muss mir insofern vorbehalten, solcherlei Äußerungen nicht weiter zu dulden.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Dammann


Rückantwort

Sehr geehrte Frau Dammann

Menge war noch nie ein Maßstab für Wahrheit.

Vielleicht finden Sie Zeit für die Lektüre des Buches „Corona-Fehlalarm“ von Prof. Dr. Sucharit Bhakdi und Dr. Karina Reiss?
Osiander hat es vorrätig, es ist jetzt schon in der viele Wochen auf Platz 1 der Bestseller-Listen Taschenbuch-Sachbücher sowohl des Spiegels als auch des Börsenblatts des dt. Buchhandels. Das gibt Hoffnung.

Sollte es Ihnen nicht zu denken geben dass eine große Anzahl an sehr renommierten und integren Wissenschaftlern und Ärzten – insbesondere hier in Deutschland – das Vorgehen der Regierung und die erzeugte Panik scharf kritisieren, dass sie teilweise ihren Lehrstuhl auf Spiel setzen und / oder ihren wohlverdienten Ruhestand, auf jeden Fall aber Ihr Ansehen in der Mainstream-Wissenschaft? Das sind Menschen, auf die Deutschland wirklich stolz sein sollte, nicht auf die, die von wem auch immer Einflüsterungen erhalten und selber keine Ahnung haben wie unser Lobbyist-Bankkaufmann-Gesundheitsminister und der Tierarzt, der das RKI leitet. Deutschland kann leider auch nicht stolz sein auf diejenigen, die diese Anordnungen blind befolgen und ohne Hinterfragen und Diskussion um- und durchsetzen. Wie es anders gehen kann, hat z.B. die Hamburger Gesundheitsbehörde gezeigt, die trotz gegenteiliger Weisung aus dem RKI die Obduktion aller mit Covid-19 Verstorbenen angeordnet und finanziert hat. Ohne diese wären wir in der Erkenntnis lange nicht so weit.

Ich bin mit meiner Meinung und Überzeugung nicht nur in sehr guter Gesellschaft, sondern kann diese auch bis zum Ende inhaltlich begründen, im Gegensatz zu Ihnen, die Sie nicht auf den Inhalt eingehen und so eine inhaltliche Diskussion leider nicht zustande kommt. Das ist sehr bedauerlich, denn ich trete fundierten Argumenten immer offen und vorurteilsfrei entgegen. Diese Nicht-Kommunikation trägt auch gewaltig zur Spaltung unserer Gesellschaft bei, wenn Menschen, die mit hohen Qualifikationen, langjährigen Erfahrungen und anerkanntem Wissen nicht ernst genommen, ignoriert, lächerlich gemacht und in irgendeine politische Schublade gesteckt werden (ich meine damit nicht mich!). Die früher breite wissenschaftliche Diskussion, durch die überhaupt erst Wissen geschaffen werden kann, hat sich auf das Verkünden von Doktrinen verengt, die mit dem Gebot des RKI-Tierarztes, die Gefährlichkeit des Virus nie mehr zu hinterfragen, seinen kurzzeitigen Höhepunkt erreicht haben. Was kommt als nächstes? Denkverbote? Gesinnungsprüfungen? Bücherverbrennungen?

Kommen Ihnen keinerlei Fragestellungen gegenüber den Anordnungen?
Machen Sie sich keinerlei Gedanken und hinterfragen die medienvermittelten Bilder und die angeblichen „Fakten“?
Auf www.gbe-bund.de können Sie beispielsweise sehen, dass in 2018 (neueste Zahlen unserer „aktuellen“ Gesundheitsberichterstattung) in Deutschland über 23.000 Menschen an Grippe und Lungenentzündung gestorben sind, davon knapp 20.000 an einer Lungenentzündung mit „nicht näher definiertem“ Erreger. Und in 2018 wurde nicht jeder, der in den letzten Monaten Grippe hatte, als Grippetoter gezählt, so wie das heute mit Covid-19 ist. Einen Screenshot habe ich beigefügt:

Über die Remonstrationspflicht haben wir schon einmal diskutiert.
Eine 14-tägige Quarantäne ist ein schwerer Einschnitt in ein Leben, vor allem wenn Kindern direkt oder indirekt betroffen sind.
Es gibt Menschen, denen das die Existenz vernichten kann. Und für die sorgt dann niemand. Pech gehabt?
Machen Sie sich keine Gedanken darüber?
Kommen Ihnen da keine Zweifel an der Recht- und Verhältnismäßigkeit?
Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir jedenfalls, dass eine Diagnose, die eine solche Maßnahme rechtfertigt, nahezu 100%ig sicher sein muss und dass auch keine Kosten gescheut werden sollten, eine erste Verdachtsdiagnose (mehr ist dieser PCR-Test nicht) schnellst- und bestmöglich zu verifizieren.

Machen Sie sich auch keine Gedanken über die Aufgabe des LRA und der Verwaltung überhaupt?
Die Grundlage sollte ja das Grundgesetz sein, und da wird zu Recht der Schutz der Würde des Menschen an erster Stelle genannt. Auch Herr Schäuble sagte ja, dass der Staat nicht jedem das maximal lange Leben garantieren kann – er sollte aber die Würde des Lebens garantieren. Und die bleibt immer mehr auf der Strecke. Ohne gesicherten Grund 14 Tage in Quarantäne sein zu müssen, verstößt m.E. dagegen. Ebenso wie Besuchsverbote in Seniorenheimen etc.

Sie sehen doch selber, wie katastrophal die Lage für viele Menschen ist und noch werden wird, wie viele Lebensentwürfe und Lebenswerke zerstört werden – aber unsere Steuergelder fließen in die Taschen der Pharma- und Großkonzerne.
Machen Sie sich keine Sorgen darüber?

Das Vermögen der globaler Multimilliardäre ist in den letzten Monaten jedenfalls weiter gestiegen, während – nur als Beispiel – mein Umsatz seit März um ca. 60% eingebrochen ist. ….

Auch der Verweis auf eine „weltweit nahezu einheitlichen Lageeinschätzung“ ist keine Argumentation, wenn diese Lageeinschätzung von einer Organisation wie der WHO ausgeht, die fleißig dazu beiträgt, öffentliche Gelder oder Gelder von krankenversicherten Menschen in die Taschen der großen pharmazeutischen Konzerne zu pumpen. Das wahnwitzige Corona-Impfprojekt ist der jüngste Auswuchs dieser Umverteilung.
Wer davon profitiert, unterstützt natürlich auch diese Panik.
Allein die schwedischen Gesundheitsbehörden scheinen mir noch etwas den Verstand bewahrt zu haben.

Und wieder finde ich es sehr bedauerlich, dass Sie meinen es nötig zu haben, mit „juristischen Konsequenzen“ zu drohen.
Das hatten wir schon einmal. Muss aber nicht sein. Noch vertraue ich auf den Rechtsstaat, in dem Jeder das, was er für wahr und richtig hält, auch sagen darf. Schlimm wäre es erst, wenn ich Ihre Bemerkung als Drohung ansehen und ernst nehmen müsste.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Ferger

5 Antworten auf „Anfrage zur Corona-Presseberichterstattung des Landkreises & Diskussion“

  1. Respekt vor diesen, umfangreich recherchierten und höflich geschriebenen Statements.
    Schade, dass sich Frau Landrat aus der Affäre zieht und damit auch ihre Unwissenheit in diesem Thema nicht widerlegt.
    Leider habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass sich Amtspersonen samt und sonders nicht die Mühe machen ihre rezitierten Quellen vollständig zu lesen und zu überprüfen. Von den Verweisen zum RKI, zur WHO oder im schlimmsten Fall auf andere, stärker betroffene Länder (die samt und sonders erfolglos härtere Maßnahmen ergriffen haben, was deren Wirksamkeit auch ohne Untersuchung widerlegen kann) abgesehen konnte mir in den letzten Monaten keine einzige, von mir angeschriebene Amtsperson eine fundierte Antwort auf meine Fragen geben. Schade

  2. Danke Dietmar Ferger. Vielen Dank für diesen Einsatz. Irgendwas bleibt auch bei dieser Frau Damman hängen. Jetzt kann sie sich nicht mehr so toll und kompetent fühlen, nachdem Sie ihr den Wind aus den Segeln genommen haben. Bravo!

  3. Wow…….das nenn ich mal hartnäckig und fundiert!! Respekt!!!
    Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass der Verweis auf andere Länder und das dort herrschende Infektionsgeschehen als Standart bei unbequemen Fragen angewandt wird.
    Ich selber habe auch mehrfach bei diversen Institutionen, Ämtern und Behörden nachgefragt aber leider auch nie eine „befriedigende“ Antwort erhalten.
    Bleiben Sie mutig und stark!!!

  4. Lieber Dietmar, super Beweisführung im Gegensatz zu Landrätin Dammann, die keine Quellenfundierte Argumentation liefert. Tja, was nicht sein darf, kann einfach nicht sein. Dagegen hilft selbst ein Jurastudium nicht.

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