Kommunikation oder Manipulation im SWR? Am Beispiel eines Beitrages über 5G- und Mobilfunk

Am 16.7 wurde im SWR Fernsehen ein Beitrag gesendet mit dem Titel „5G-Gegner blockieren den Netzausbau

Abgesehen davon, dass schon der Titel manipulativ ist und zeigt, dass es nicht um pbjektive Berichterstattung geht sondern um das Aufzeigen von Sündenböcken („5G-Gegner“) die den Fortschritt blockieren, war vor allem der Auftritt von Prof. Dr. Brettschneider ein fast unerträgliches Beispiel für Manipulation – und dies, obwohl (oder weil?) er Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Hohenheim ist und so alle „Tricks“ der Kommunikation (und der Manipulation) kennen sollte.

Ich habe ihm folgenden Brief geschrieben:

Sehr geehrter Herr Brettschneider

Wie definieren Sie Kommunikationswissenschaft?

Wie können Sie beispielsweise „Mobilfunk“ und „Internet“ bzw. „Digitalisierung“ gleichsetzen?

Für das Internet und die Digitalisierung wird gerade (viel zu langsam) das Glasfasernetz ausgebaut. Das hat wenig mit Mobilfunk zu tun. Es ist deshalb unzulässig und eine Manipulation, „Internet“ bzw. „Digitalisierung“ und „Mobilfunk“ gleichzusetzen, wie sie es getan haben. Wie kann dies einem Professor für „Kommunikationswissenschaft“ passieren, der doch am besten wissen sollte wie tief sich solche Gleichsetzungen einprägen?

Weiterhin sollten Sie auch wissen, dass die meisten Mobilfunkgeschädigten weder laut- noch artikulationsstark sind, sondern eine „Minderheit“, die größte Probleme mit der Bewältigung ihres täglichen Lebens und dem Schutz ihrer Gesundheit hat. Es gibt einige wenige Wissenschaftler und „Aktivisten“, die sie unterstützen.

Und ja, vielleicht hat die hiesige Skepsis gegenüber nicht evaluierten neuen Techniken den Hintergrund, dass die Menschen in Baden-Württemberg noch einigermaßen gebildet sind und sich selber Gedanken machen? Sie kennen ja hoffentlich die Schriftenreihe des UBA: „Späte Lehren aus frühen Warnungen“, in der es auch ein Kapitel über Mobilfunkstrahlung gibt?

Wer fordert, Minderheiten wie Seh-, Geh- oder Hörbehinderte zu ignorieren, erntet (zu Recht) einen Shitstorm. Sie sehen aber schon die Existenz der Minderheit der akut elektrosensiblen Menschen als problematisch an, sprechen ihnen also praktisch die Existenzberechtigung ab und das Recht, ebenso geschützt zu werden wie andere Minderheiten?

Was wollen Sie mit dieser Minderheit tun?

Wollten Sie dies wirklich so kommunizieren, dass es „gute“ und „schlechte“ Minderheiten gibt?

Wenn nicht, sollten Sie sich öffentlich dafür entschuldigen!

Sie reden von dem angeblichen „Nutzen“ von 5G. Was ist dieser Nutzen? Wer muss in wenigen Sekunden einen Spielfilm auf sein Handy laden? Warum müssen wir überall mit schnellste Netz höchste Datenmengen herumschicken können? Wer braucht das? Warum müssen – um auf den Beginn des Beitrages zu kommen – Menschen im Auto geschäftlich telefonieren?

Warum können Sie dies nicht tun, wenn sie am Arbeitsplatz sind?

Brauchen wir nicht erstmal eine Kommunikation und ergebnisoffene Diskussion über den wirklichen praktischen Nutzen all dieser Technologien, ein wirkliches, ergebnisoffenes Abwägen von Nutzen und Schaden, in dem beide Seiten gleichberechtigt und diskriminierungsfrei angehört werden und wissenschaftliche Erkenntnisse ungefilterter und objektiv akzeptiert und evaluiert werden?

Gerade sehen wir doch, wie wichtig ein gutes Immunsystem ist, durch das über 80% der Covid-19-Infizierten diese Infektion, meist ohne es zu merken oder nur mit sehr schwachen Symptomen, überstehen. Da sollte doch alles, was auch nur in den Verdacht kommt dieses Immunsystem zu schädigen, abgeschaltet werden.

In Ihrer Schlussdarstellung erwähnen Sie die „vielen Studien“, die die Unbedenklichkeit der niedrigeren Frequenzen und die Ansicht des BfS bestätigen. Sie ignorieren aber die Studien, die dies nicht tun, ebenso wie die Frage, wer welche Studien in Auftrag gegeben und finanziert hat. Lernen Ihre Studenten bei Ihnen, dass es gute Kommunikation ist, nur eine Seite zu betrachten und die andere Seite zu ignorieren? Ich würde dies Manipulation und nicht Kommunikation nennen.

Sie setzen dem noch die Krone auf wenn Sie sagen, dass es bei den Befürchtungen um die negativen gesundheitlichen Auswirkung von hochfrequentem 5G um „Sorgen und Ängste“ geht. Das macht alle, die das tun, lächerlich.

Und schlussendlich fordern Sie noch einen „respektvollen Umgang“, nachdem Sie absolut respektlos alle Elektrosensiblen und Mobilfunkgegner quasi als „Besorgte und Verängstigte“ verhöhnt und alle wissenschaftlichen Studien und fachlichen Beiträge, die von dieser Seite kommen, ignoriert haben. Ihr Verhalten, Ihr Beitrag war absolut respektlos gegenüber Elektrosensiblen und Mobilfunkgegnern, ignoriert die Fakten und Sie tragen damit dazu bei, dass es eben keinen respektvollen Dialog und eine gemeinsame Suche nach der Wahrheit und nach Win-Win-Lösungen gibt.

Die von ihnen geforderte Dialogbereitschaft setzt erstmals voraus, sich gegenseitig ernst zu nehmen. Sie jedenfalls nehmen die Elektrosensiblen und Mobilfunkgegner – und auch die Wissenschaftler, die dem Mobilfunk kritisch gegenüberstehen und seine Gefahren und die durch ihn verursachten Schädigungen erforschen bzw. erforscht haben – nicht ernst.

So kommen Sie zu dem Schluss, dass es an „Information“ fehlt. Da stimme ich Ihnen zu, allerdings sind die Mobilfunkgegner und Elektrosensiblen meist sehr gut informiert. Das Informationsdefizit liegt auf der anderen Seite, Sie sind das beste Beispiel dafür, indem Sie einfach und unbesehen die Ansicht des BfS übernehmen. Um dieses Defizit zu beheben, könnten Sie sich beispielsweise die wissenschaftlichen Vorträge des vor knapp einem Jahr stattgefundenen Symposiums in Mainz anhören und ernst nehmen.

Schlussendlich beurteilen Sie die Kommunikationsstrategie der Stadt Freiburg als „nicht erfolgreich“, weil sie nicht das gewünschte Ergebnis, also ein Einknicken der Mobilfunkgegner, gebracht hat. Ist eine Kommunikation in Ihren Augen nur dann erfolgreich, wenn ein vorher festgesetztes Ziel erreicht wurde? Bringen Sie das Ihren Studenten so bei?

Zusammenfassend: Ich würde mir wünschen, dass ein Professor für Kommunikationswissenschaft an einer deutschen Universität sich nicht als Manipulator einsetzen lässt.

Wenn ich lese, in welchen wichtigen Gremien Sie sitzen und wo Sie Einfluss ausüben, wird mir Angst und Bange vor der Spaltung unserer Gesellschaft durch solche scheinheiligen manipulativen Auftritte und Strategien, die aber von immer mehr Menschen durchschaut werden die sich gegen die strukturelle Gewalt, deren Vertreter Sie sind, wehren wollen.

Wie Sie diesen Auftritt mit Ihrer Ethik als Professor und Vertreter einer der Wahrheit verpflichteten Lehre und Forschung vereinen können, müssen Sie mit sich abmachen.

2 Antworten auf „Kommunikation oder Manipulation im SWR? Am Beispiel eines Beitrages über 5G- und Mobilfunk“

  1. Das System ist gut vorbereitet, hat über viele Jahre hinweg die bezahlten Manipulateure in Schlüsselpositionen gebracht (siehe BVG Karlsruhe) und läßt seine Spiele beginnen.

    Anscheinend hast du auf diesen Brief keine Antwort bekommen?

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